Diese Gruppe wurde 1949 durch den Höhlenforscher Bodo Schillat gegründet. Seit 1983 sind wir unter dem Namen Höhlengruppe Nord e. V. (HGN e.V.) ein eingetragener Verein mit derzeit 30 Mitgliedern, welcher dem Naturwissenschaftlichen Verein im Jahre 1990 beigetreten ist.
– Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist der Schutz und die Erforschung der Höhlen des Karstgebietes Riesenberg und die Erhaltung der Lebensgemeinschaften in ihnen. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Naturschutzbehörden und der Forstbehörde Niedersachsens erfolgen. Im Rahmen des Höhlenkatasters werden Karsterscheinungen bearbeitet und nach Kräften geschützt.
– Seit 1986 besteht ein Betreuungsvertrag mit dem Landkreis Hameln Pyrmont über die Betreuung der Höhlen im und um das Naturschutzgebiet Hohenstein. Mit dem Lkr. Schaumburg besteht ein solcher Vertrag seit 2009 für das NSG „Kamm des Wesergebirges“.
– Erforschung, Vermessung, Dokumentation und Schutz von natürlichen Hohlräumen. Unser geographischer Tätigkeitsbereich liegt vorwiegend im Süntel und Wesergebirge, aber in Zusammenarbeit mit kooperierenden Höhlenvereinen auch im Weser- und Leinebergland sowie Harz.
– Neben der Erhaltung des ursprünglichen Zustandes des Höhleninneren mit seinem Sinterinventar steht der Schutz der z. T. vom Aussterben bedrohten Fledermäuse im Vordergrund. Die Höhlen haben natürlicherweise das ganze Jahr über gleichbleibende klimatische Verhältnisse von etwa 8°C, bei 100% Luftfeuchtigkeit.
– Bergen und Bestimmen von Fundstücken, in Zusammenarbeit mit der Landesarchäologie
– Um die Ergebnisdokumentation sicherzustellen, werden über alle Vereinsaktivitäten im Katastergebiet Berichte geschrieben und im zentral geführten Kataster der HGN archiviert.
– Verwaltung des Deutschen Archivs für Sinterchronologie, welches bei der Schillat-Höhle seinen Standort hat. Es beherbergt mit über 770 Exponaten von Tropfsteinen einen repräsentativen Querschnitt von Sinterformationen, vorwiegend aus dem Süntel, Weserbergland, Harz und Sauerland. Die Tropfsteine sind Registrierstellen welche Wissenschaftlern den Blick zurück in vergangene Jahrtausende erlauben. Im Jahre 2016 wurde dem Deutschen Archiv für Sinterchronologie (DASC) durch Prof. Dr. S. Kempe seine bedeutende Sammlung von internationalen Sintermaterialien übergeben.

Vorsitzender: Stefan v. Boguslawski

Kooperationen

Die HGN e. V. kooperiert mit:
– der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Lippe (AGHKL),
– der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz (ARGEKH),
– dem Speläologen Bund Hildesheim (SBH),
– den Höhlenfreunden Hannover (HFH)

Unsere Forschungsarbeit kann in der Schillat-Höhle live erlebt werden! An verschiedenen Wochenenden finden Grabungsarbeiten im so genannten  „Lipper-Gang“, einem Seitengang der Schillat-Höhle statt. Wir versuchen durch „ausräumen“ eines vollständig mit Sedimenten (Lehm  und  Schotter) verfüllten Ganges in andere vermutete größere Hohlräume der Höhle vorzustoßen. Diese Grabungen finden meistens gemeinsam mit den oben erwähnten Höhlengruppen statt. Sie zeigen, dass Höhlenforschung auch ein hartes und schmutziges Hobby sein kann. Die Mitarbeit in einer Höhlengruppe ist ehrenamtlich und unentgeltlich, sie geschieht aus persönlichem Antrieb, Freude an der Gruppenarbeit.
– Höhlenforschung ist Teamarbeit.
– Freude an der Natur, ein Schuss Abenteuer aber kein Freizeitevent.

Geschichte der HGN e. V.

Im Jahr 1949 gruppierten sich fünf junge Burschen aus dem Rintelner Raum und erforschten die in der Nähe liegenden Höhlen (Wilhelminenhöhle, u.a.). Einer dieser Urväter der Höhlengruppe Nord war Bodo Schillat. Die ersten großen Erfolge der Gruppe waren die Entdeckung und Erforschung der 1953 durch den Steinbruchbetrieb freigelegten 240m langen Langenfelder Höhle. Nach Sprengarbeiten im Steinbruch wurde am 26.07.1969 der Zugang zur Riesenberghöhle erkennbar. Bodo Schillat kämpfte um die Erhaltung dieser Höhle, suchte den Kontakt zur Naturschutzbehörde und ließ diese 818 m lange Höhle unter Naturschutz stellen. In Kooperation mit dem Land Niedersachsen und der Leitung des Steinbruchbetriebes wurde ein Gebietstausch vorgenommen und die Abbaurichtung geändert, um das Meisterwerk der Natur nicht zu gefährden.

Wir bitten um Beachtung des internationalen Höhlenschutzmottos:

„Wenn Du in eine Höhle gehst…
nimm nichts mit,
lass nichts zurück,
zerstöre nichts und
schlag nichts tot!“
Helfen Sie die Welt ohne Licht zu erhalten.
Sie sind nur Gast in ihr.‟