Liebe Mitglieder und Freunde des NWV,
so wie viele unserer heimischen Brutvögel in den kalten Monaten in den warmen Süden ziehen, findet eine ganze
Anzahl nordischer Vögel offenbar den norddeutschen Raum als südlich-mildes Überwinterungsgebiet und bereichert
in der dunklen Jahreszeit unsere Vogelwelt. So wird die kleine, in der hohen Arktis brütende Schneeammer (Plectrophenax nivalis) im Bericht der Vogelschutzwarte Hamburg als „typischer Wintergast“ bezeichnet. Wo sie an oft sandigen, gern auch verschneiten Stellen von November bis Anfang März vorkommt, ist sie manchmal recht zutraulich.
Auch ein in Norddeutschland selten gewordener, eigentlich ganzjährig ansässiger Brutvogel erhält im Winter Gesellschaft aus dem hohen Norden. Der etwa amselgroße Raubwürger (Lanius excubitor) ist aber seit 1970 in Hamburg als
Brutvogel erloschen und in Schleswig-Holstein akut vom Aussterben bedroht. Umso mehr kann man sich im Winter
jedoch manchmal im offenen, oft dornigen Gelände über diesen schönen Mäusejäger freuen. Von einer Warte aus hält
er geduldig nach Beute Ausschau. Sein spechtartig welliger Flug ist für ihn kennzeichnend und hilft oftmals dabei, ihn
zu entdecken. Aber nicht nur das Grünland bietet spannende Besonderheiten.

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